Wenn die Welt am Sonntag schreibt: Was dieser Moment für mich bedeutet

von Gregory Emmel, Gründer Haardt Hills

Ich sitze am Gate. Frankfurt, Sonntagmorgen, irgendwo zwischen Aufbruch und Ankunft. Neben mir liegt die Welt am Sonntag – aufgeschlagen auf einer Seite, die ich in den letzten Tagen schon mehrfach gelesen habe. Nicht weil ich sie auswendig lernen wollte. Sondern weil ich immer noch nicht ganz glauben kann, was da steht.

Autor Manfred Klimek schreibt über die neue Generation alkoholfreier Weine. Er nennt Deutschland als internationalen Vorreiter – und Haardt Hills gleich zweimal.

Ich bin seit einem Jahr auf dem Markt. Und ich weiß, was das bedeutet.

Was im Artikel steht

Klimek beschreibt, wie sich die Weinwelt verändert. Nicht dramatisch, nicht laut – sondern still, konsequent, von innen heraus. Die jüngere Generation trinkt anders: nicht schlechter, nicht asketischer, sondern bewusster. Alkohol wird nicht mehr selbstverständlich mit Genuss gleichgesetzt. Und die Nachfrage nach alkoholfreien Weinen, die wirklich gut sind, wächst.

Die eigentliche Revolution, schreibt er, findet nicht im Weinberg statt, sondern im Keller. Moderne Entalkoholisierungsverfahren arbeiten heute mit einer Präzision, die vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Was früher dünn und banal wirkte, besitzt heute Herkunft, Struktur und Eigenständigkeit.

Über unseren Chardonnay 2025 schreibt Klimek:

„Brilliert mit seiner fast schon als Provokation zu wertenden Ähnlichkeit mit einem Bourgogne-blanc besserer Statur. Aus dem bauchigen Burgunderglas getrunken, vermittelt dieser alkoholfreie Wein Anklänge von Luxus und Moderne. Die Flasche ist schnell leer. Und es gibt keinen Grund, nicht noch eine weitere zu öffnen."

Über die Cuvée Rosé:

„Prickelt und brilliert. Und das ist genau der Weg, den alkoholarme und alkoholfreie Weine weitergehen müssen – als Boten einer neuen Weinwelt, die der alten, unter Druck geratenen einen neuen Schub gibt."

Und über mich persönlich: Ich sei der Önologe, „der am weitesten beim Thema Entalkoholisierung scheint, weil er fast nur diese Art Weine keltert."

Was mich daran wirklich beschäftigt

Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich sagen würde, dass mich diese Zeilen kalt lassen. Sie lassen mich nicht kalt. Aber was mich noch mehr beschäftigt als die Erwähnung selbst, ist ein anderer Satz im Artikel – einer, der das eigentliche Problem der Kategorie benennt.

Klimek schreibt, dass viele der entalkoholisierten Weine am Markt lediglich der Überkapazität schlichter Massenweine geschuldet sind. Dass das der Kategorie schadet. Und er hat recht.

Guter alkoholfreier Wein beginnt nicht im Keller. Er beginnt im Weinberg.

Ich beziehe meine Bio-Grundweine ausschließlich von familiengeführten Weingütern im Umkreis von 8 km rund um meinen Betriebsstandort in Gimmeldingen. Betriebe, die ich persönlich kenne. Winzer, die seit Generationen für Qualität und Handwerk stehen. Deren Weine ich trinken würde, auch wenn ich sie nicht entalkoholisieren würde.

Ohne diese Basis wäre das beste Verfahren der Welt wertlos.

Warum ich fast nur alkoholfreie Weine mache

Das ist eine Frage, die mir oft gestellt wird. Manchmal mit echtem Interesse, manchmal mit einem leichten Unterton von Skepsis.

Die Antwort ist einfach: Weil ich daran glaube.

Nicht als Trend. Nicht als Nische. Sondern als eigenständige Kategorie, die ihren eigenen Anspruch verdient – und die diesen Anspruch heute auch einlösen kann. Die Technologie ist da. Die Grundweine sind da. Was gefehlt hat, war die Haltung: die Bereitschaft, alkoholfreien Wein nicht als Kompromiss zu behandeln, sondern als das, was er sein kann – ein Wein, der für sich selbst steht.

Alkoholfreier Wein ist für mich kein Ersatz. Er ist ein Angebot.

Was dieser Moment bedeutet – und was er nicht bedeutet

Ich bin stolz auf diesen Artikel. Das wäre gelogen, wenn ich es anders sagen würde.

Aber ich weiß auch: Ein Artikel in der Welt am Sonntag ist kein Endpunkt. Er ist ein Zwischenstand. Ein Zeichen, dass der Weg stimmt. Und eine Verpflichtung, weiterzumachen – mit demselben Anspruch, mit dem ich angefangen habe.

Es gibt noch viel zu tun. Weine, die ich entwickeln möchte. Partner, die ich noch nicht kenne. Märkte, die noch nicht wissen, dass es Haardt Hills gibt. Und Gäste, die noch nie einen alkoholfreien Wein getrunken haben, der sie wirklich überrascht hat.

Für die mache ich das.

Den vollständigen Artikel von Manfred Klimek lesen Sie hier: Welt am Sonntag: „Alkoholfreie Weine – Die stille Revolution im Keller"

Gregory Emmel ist Gründer und Geschäftsführer von Haardt Hills, einer Marke für hochwertige entalkoholisierte Weine mit Sitz in Gimmeldingen an der Weinstraße.

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